Dessous - Die Geschichte

Geschichte der Dessous - Eine bewegende Reise durch die Zeit der Unterwäsche

Kein anderes weibliches Kleidungsstück hat in der Vergangenheit für mehr Aufregung gesorgt als die Unterwäsche, heute auch Dessous oder Lingerie genannt.

Eine Art der Unterbekleidung kannten bereits die alten Römer, Ägypter und auch Griechen. Aus alten Überlieferungen und Darstellungen lässt sich auch heute noch erkennen, dass die Frauen der Antike bereits verschiedene Formen von Unterwäsche getragen haben. Diese haben aber alle eines gemeinsam: sie wurden mehr zum Zwecke des Schutzes und Verhüllung getragen. Außerdem verschwanden unter ihnen die weiblichen Formen, wurden üppige Formen sogar absichtlich weggebunden. Die Menge, Form, Farbe und Art der Verziehrungen spiegelten in dieser Zeit den gesellschaftlichen Stand wieder.

Aber bereits im Altertum, beginnend mit dem 15.ten Jahrhundert, änderte sich die Art der Unterwäsche drastisch. In dieser Zeit trugen Frauen bereits die ersten Korsagen. Diese wurden mit Fischbein, Eisendraht oder gar hölzernen Weidenruten verstärkt. Diese dienten dazu den weiblichen Körper in eine bestimmte Form zu bringen.

Die Renaissance veränderte auch die Form der Dessous so nachhaltig, dass die gravierenden Veränderungen sich bis in die heutige Zeit gehalten haben. Denn die Unterwäsche bzw. Dessousmode der Renaissance zeigte die Rundungen des weiblichen Körpers wieder. Es wurden sowohl Hüften als auch Busen wieder betont und auch sogar präsentiert. Aus dieser Zeit stammt auch der Reifrock, mit welchem die Frauen ihre Hüften optisch kunstvoll verbreitern konnten. So konnten sie die gesamte Pracht der ausladenden und farbenprächtigen Kleider dieser Zeit zeigen. Damit das Bild der ausweitenden Hüften nicht im krassen Verhältnis zum Oberkörper stand, bekam das Korsett wieder eine verstärkte Bedeutung. Sollte mit ihm doch die Taille besonders schmal erscheinen. So wurden die Korsetts besonders eng geschnürt. Dadurch wurde außerdem der Busen zu einem üppigen Dekollete geschnürt. Unter diesen Korsetts wurde erstmalig eine geschlossene Unterbekleidung getragen. Diese ist als Vorreiter der heutigen Unterwäsche zu bezeichnen.

Noch weit bis in das 20. Jahrhundert hinein wurden diese Korsetts getragen, welche nun aber mit Metallbügeln und Metallringen gehalten wurden. Allerdings wurde bereits auf der Weltausstellung im Jahre 1900 der erste reine Büstenhalter vorgestellt. Dieser konnten allerdings nur in der Verbindung mit einem der bekannten Korsetts getragen werden. Einen richtigen Bekanntheitsgrad konnte der Vorläufer des heutigen BH zu dieser Zeit aber noch nicht erlangen. Zusätzlich wurden auch die ersten Hüftgürtel entwickelt und die Röcke durften wieder enger getragen werden.

Obwohl der beginnende erste Weltkrieg die Weiterentwicklung der Unterwäsche stoppte, wollten die Frauen keine engen Korsetts mehr tragen. So begann der Siegeszug der Dessous. Zusätzlich begann auch eine andere Befreiung der Damenbekleidung: die Röcke wurden immer kürzer und sie zeigten somit wieder Bein.

Diese Dessous wurden noch aus reinem Leinen hergestellt, war der Leinenstoff doch sehr günstig in der Herstellung und konnte gut gewaschen werden. Aus dieser Zeit entstand wohl auch die Vorliebe für weiße Dessous, denn der Leinenstoff war immer weiß. Die Erfindung der Gummifaser revolutionierte die Entwicklung der Dessous. Waren dadurch doch erstmal sowohl Körper betonende als auch stützende Unterwäsche möglich, ohne den Zwang eines Korsetts.

Auch der Zweite Weltkrieg hatte Einfluss auf die Entwicklung der Dessous. Wurden doch alle Rohstoffe für andere Zwecke, zum Beispiel für Fallschirme oder auch Schwimmwesten, benötigt. Da auch die meisten Menschen wenig Geld zur Verfügung hatten, hatte in dieser Zeit die Unterwäsche den reinen ursprünglichen Sinn.

Der Wirtschaftsaufschwung brachte auch in der Dessousmode einigen Aufschwung und Wirbel. Erhielten Dessous doch auch viele neuartige Innovationen. So wurden erstmalig Büstenhalter mit verstärkten Körbchen vorgestellt. Im ersten Schritt wurden die aus den Korsetts bekannten Materialien zur Verstärkung genutzt, später allerdings nur noch Metallbügel. Außerdem wurden die ersten BH wattiert und auch bereits schon ge’pusht. Alle möglichen und unmöglichen Formen erblickten das Licht der Welt und ließen den Busen der Frauen rund, spitzt, gehoben usw. erschienen.

Ein neuer Stoff namens Lycra wurde hergestellt. Mit diesem Stoff war es erstmalig möglich nahtlose Strümpfe zu produzieren. Angetrieben durch die Emanzipation der Frau entstanden BHs aus Nylon. Auch dieser Stoff konnte den Busen stützen, jedoch war der Stoff erheblich dünner. Damit verbunden wurden die ersten elastischen aber dennoch transparenter BHs vorgestellt und die heutigen Dessous waren geboren. Denn erstmals konnte neben der reinen Funktion auch ein besonderes Augenmerk auf das Design gelegt werden. Ab jetzt sprach man nicht mehr von Unterwäsche, sondern von Dessous. Die etwas altbackenen Dessous hatten ausgedient und an ihrer Stelle standen nun verzierte Wäschestücke. Die neue Dessousmode konnte verspielt, reizvoll, romantisch und sexy sein, auch die Beinausschnitte wurde höher.

In der heutigen Zeit haben sich zwei Arten von Dessous etabliert. Auf der einen Seite steht die reine Funktionswäsche, welche sowohl atmungsaktiv als auch den Brüsten Halt gebend ist. Hierbei sind Verzierungen oder ähnliches nicht erwünscht. Auf der anderen Seite stehen die Dessous, welche elegant oder luxuriös, verführerisch und aufreizend, glamourös, erotisch, frech-frivol und sexy sind.

Dessous sind in der heutigen Zeit Kleidungsstück und Schmuck zugleich.


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